
Berufsradler mit Helm in der Innenstadt © ADFC / April Agentur
PM: Bereits 37% der Wege in Aurich zufuß oder mit dem Fahrrad!
Mehr als jeder dritte Verkehrsweg in Aurich wird zufuß oder mit dem Fahrrad absolviert. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Studie des Bundesverkehrsministeriums zum Mobilitätsverhalten in Deutschland.
Die Daten wurden 2023 erhoben, aber erst vor wenigen Wochen veröffentlicht (https://www.mobilitaet-in-deutschland.de/pdf/MiD2023_Ergebnisbericht.pdf). Die aktuellen modellgestützten Auswertungen liefern erstmals konkrete Zahlen zum Mobilitätsverhalten in Aurich. Die Ergebnisse zeigen sowohl Stärken als auch klaren Handlungsbedarf in der Verkehrsstruktur der Stadt.
Starke Zahlen für Rad und Fuß.
In Aurich werden 18,34 Prozent der Wege zu Fuß und 18,50 Prozent mit dem Fahrrad zurückgelegt. Damit entfallen 36,84 Prozent auf aktive Mobilität. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass Rad- und Fußverkehr fester Bestandteil des Alltags der Menschen sind. Mehr als jeder dritte Weg wird bereits ohne Auto bewältigt. „Das ist ein beeindruckend hoher Anteil für die aktive Mobilität an der frischen Luft“, sagt Tim Bloem, Vorstand im ADFC Kreisverband Aurich: „Die Menschen in Aurich wollen gerne zufuß gehen oder Radfahren. Das ist gesund, umweltfreundlich und klimaschonend. Dieses Potenzial sollte im Sinne des „Masterplans Radverkehr 2030“ weiterentwickelt werden: Durch eine stärkere Berücksichtigung in der Verkehrsplanung, mit sicheren, komfortablen und jeweils eigenständigen Wegen“.
Jetzt gemeinsam die richtigen Weichen stellen.
Auch wenn der motorisierte Individualverkehr aktuell noch dominant ist (45,78 Prozent der Wege entfallen auf Autofahrende, weitere 13,34 Prozent auf Mitfahrende) und der Anteil des öffentlichen Verkehrs in Aurich lediglich bei 4,04 Prozent liegt: Der Vergleich mit anderen ostfriesischen Städten zeigt, wie stark die Verkehrsplanung der jeweiligen Kommunen das Mobilitätsverhalten der Menschen positiv beeinflussen kann. Unsere Nachbarstadt Emden zeigt, welches Lenkungspotenzial in einer konsequenten Ausrichtung der Verkehrsplanung steckt. Dort liegt der Radverkehrsanteil bei 27,43 Prozent, der Fußverkehr bei 22,01 Prozent, auch der öffentliche Verkehr ist deutlich stärker vertreten. Solche Unterschiede entstehen nicht zufällig, sondern durch langfristige, zielgerichtete Entscheidungen. In Emden hat die anfangs durchaus umstrittene Verkehrsberuhigung der Innenstadt deutlich dazu beigetragen, dass hier rund jeder zweite Weg zufuß oder mit dem Fahrrad absolviert wird. Wege mit dem Kfz zu fahren ist nur für eine Minderheit (43,26%) eine Option.
„Verkehrswege müssen für den Verkehr der Zukunft gebaut werden und nicht für den, den wir gegenwärtig haben“, ergänzt Michael Rabenda von der Ortsgruppe Aurich des Fachverbands für den Fußverkehr (Fuss e.V.). „Leider ist der Straßenraum in Aurich in vielen Bereichen aus einer Zeit geprägt, in der das Auto deutlich stärker im Mittelpunkt stand. Das lässt sich gewiss nicht von heute auf morgen radikal ändern. Aber wir sollten heute mit den entsprechenden Weichenstellungen beginnen!“
Für ADFC und Fuss e.V. zeigen die Zahlen klar, dass das Fahrrad mit 18,50 Prozent bereits heute ein tragendes Verkehrsmittel ist, ebenso der Fussverkehr. Gleichzeitig bleibt dieses Potenzial in Aurich noch nicht ausgeschöpft. Rad- und Fußverkehr werden vielerorts noch zu nachrangig geplant, Wege sind nicht immer durchgängig, Kreuzungen häufig unübersichtlich und der notwendige Komfort fehlt stellenweise.
Vor diesem Hintergrund ist es ein wichtiges Signal, dass die Stadt Aurich in den kommenden Jahren Straßen und Wege erneuern möchte. Fuss e.V. und ADFC plädieren dafür, den Rad- und Fußverkehr von Anfang an gleichberechtigt mitzudenken.
ADFC und Fuss e.V. bieten dabei ausdrücklich ihre fachliche Unterstützung an. Viele Konflikte lassen sich vermeiden, wenn Erfahrungen aus dem Alltag frühzeitig in die Planung einfließen. Gemeinsame Lösungen erhöhen die Akzeptanz, verbessern die Sicherheit und sorgen dafür, dass Investitionen langfristig wirken.
Ziel ist es, die bestehenden Stärken weiter auszubauen und die Mobilität in Aurich gemeinsam positiv weiterzuentwickeln. Radfahren und Zufußgehen sollen sicher sein, gut funktionieren und Freude machen. Gemeinsamkeiten zu stärken und konstruktiv nach vorn zu schauen, ist der richtige Weg in eine lebenswerte Zukunft für Aurich.